Samstag, 20. Dezember 2008

Die Schweine, der Samuel, die Frau Bergmayer, die Evi und der Duuufd. Und der Maracuja!






Der Maracuja ist nur dabei, weil er momentan echte Wachstumsgeschwindigkeitsrekorde hinlegt. Also für das was ich kenne. Er wächst circa vier bis sechs Zentimeter pro Tag und Trieb. So scheint es. Wenn das so weiter geht, dann kann er uns bald so richtig Schatten spenden.
Sonst geht es sehr gut, die neuen Schweine gedeihen prächtig. Sie bleiben jetzt auch im Gehege, wir haben wohl alle Löcher im Zaun gestopft.
Nächste Woche sind unsere ersten neunzig Tage vorbei, also verlassen wir kurz mal das Land. Wahrscheinlich nach Argentinien. Wo uns ein Bus wirklich hinfährt werdet ihr dann Ende nächster Woche erfahren.
Der nette Cowboy auf dem Photo ist der Davud. Er wohnt seit sieben Monaten im Chaco und fühlt sich auf der Jagd und im Dienst recht wohl. Er kommt bald, dann kann er euch das Photo von mir und meinem ersten Jagderfolg zeigen. Lecker war's!

Freitag, 5. Dezember 2008

Ruhe und Gemütlichkeit


Für alle die es gerne gemütlich haben...

Es sind übrigens nicht die berüchtigten paraguayischen Fettschweine, sondern zum Teil sogar etwas Wildschwein mit dabei. Also sehr lebhaft und stark. Schmecken bestimmt vorzüglich, die Kleinen...

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Kein Regen, Schweine und der Tod








Hallo erstmal,
seit einigen Wochen hat es nicht mehr geregnet, was für die Gegend und die Jahreszeit angeblich ungewöhnlich ist. Jetzt wird der sonst so weiche und rote Boden sehr hart und eher hellbraun. Gleichzeitig hat sich wohl der Tod bei uns eingenistet. Wir hatten vor einigen Wochen 3 kleine Schweinchen gekauft, die leider alle innerhalb der ersten Woche gestorben sind. Wahrscheinlich haben wir ihnen erst zu spät die Anti-Parasiten- und Bakterien-Mittelchen geben lassen. Außerdem waren es wohl noch etwas zu früh, sie so auf einmal von der Mutter wegzuholen. Dann ist in der Woche drauf eine Katze spurlos verschwunden (Marcel hat damit wirklich nichts zu tun...) und ein paar Tage später hatte die andere Katze irgendwie Schaum vor dem Mund und hat recht rumgezuckt. Da kam auch für sie der Sensenmann. Die kleine Katze wurde bereits ein paar Tage zuvor an eine Frau mit ihren Kindern verschenkt.
Doch wie das Leben und wir so spielen, haben wir wieder neue Schweinchen! Sie sind schon etwas grösser als die alten und halten dafür hoffentlich auch etwas länger. Aber sie stehen unter fachärztlicher Aufsicht und machen bereits einen besseren Eindruck.
Heute hat die Evi eine richtige Kompostbox gebaut, damit unsere Nachkommen dann auch schöne Gartenerde haben, da wir in einem Jahr, wenn das fertig ist höchstwahrscheinlich zumindest nicht mehr hier auf diesem schönen Grundstück sein werden. Wir werden zwar erstmal versuchen im Land (oder zumindest auf dem Kontinent) zu bleiben, und haben auch zugesagt, bis Februar, also bis Jan und Nicole wieder aus Deutschland zurück sind, dieses Haus zu bewachen, aber danach wissen wir noch nicht wohin. Es ist eine Wahl die man nicht so einfach aufgrund der Fakten treffen kann, denn eigentlich wird überall Hilfe benötigt, und wie so oft hat jeder Platz auf Erden so seine Vor- und Nachteile.

Letzte Woche haben wir die Ulla und den Michael in Yegros besucht. Dort ist es wohl eher ländlich, d. h. sehr ruhig und gelassen, man schläft gut und kann ganz viele Sachen im Garten verbrennen. Wenn nicht gerade Zusammenkunft ist und es den Rauch ins Gebäude weht...
Wir hatten aber den Eindruck, dass es den beiden dort sehr gut geht und gefällt, schließlich kann man sehr guten Käsekuchen essen, Pommes und Hamburger kaufen und das aufgeschlossene Dienstgebiet fängt praktisch vor der Haustür an.

Am Diensttag habe ich auch zum ersten Mal seit ich in Paraguay bin eine Zeitschrift abgegeben. Das freut mich sehr. Übrigens ist das nicht so ungewöhnlich, da ja bis jetzt fast die ganze Zeit noch die Traktataktion lief, und ich da nicht so freigebig wie andere noch Zeitschriften mit draufgepackt habe. Aber jetzt habe ich Gebiet vom Jan übernommen und arbeite mich da langsam ein. Wir sind auch in ihren Teil des Hauses gezogen. Das ist sehr schön, weil es etwas größer ist, ein schönes Bad hat, in dem das Wasser sehr gut abfließt und das Bett ist auch schön groß und hat eine gute, harte Matratze. Heute werde ich auch unsere Stereoanlage mit nach hinten nehmen. Ein wahrer Segen!

Samstag, 15. November 2008

Santa Rosa del Aguaray




















Neue Impressionen! Marcel zwingt mich, an seiner Website zu arbeiten, daher nicht sehr viel Text...

Sonntag, 2. November 2008

Santa Rosa del Aguaray - Hunde und Regen

Es regnet jetzt seit circa achtzehn Stunden fast ununterbrochen. Dann kommt das ganze öffentliche Leben zum Stillstand. Ich habe bis 10 Uhr geschlafen und dann ein wenig mit den dreckigen, nassen Hunden gespielt, so dass ich mich schon wieder duschen muss. Danach gab es Pfannkuchen mit Hackfleisch-Tomaten-Füllung und die Evi hat angefangen, einen Hefezopf zu backen. Keine Sorge, sie hat kein Hackfleisch gegessen. Leider sind Nüsse hier sehr teuer, bis auf Erdnüsse, daher gibt es Hefezopf mit Erdnussfüllung. Evi's Kreativität kommt hier sehr stark zum Vorschein. Vorgestern hat sie kleine Hefeschnecken gebacken, einige mit Honig und Sonnenblumenkernen, einige mit Rosinen, und ein paar mit so einer Art Kondensmilch-Zucker-Kakao-Paste. Alles äußerst vorzüglich. Leider hat Evi selbst nur eine oder zwei abbekommen, weil sie gestern abend auf einer Abschiedsparty verteilt wurden, und sie ging wohl in der Menge unter. Sonst gab es ein kleines Büffet, mit einer Art Weißbrotpizza (nicht so der Renner), Braten (lecker) und Würstchen (nichts für empfindliche Augen oder einen empfindlichen Magen), und Maismehlkuchen für die Empfindlichen, die trotzdem was essen wollten. Vor dem Essen gab es noch ein paar "Vorführungen", bei dem der eigentliche Ehrengast, also der zu verabschiedende, verhonepiepelt wurde. Nach dem Essen hat Evelio, der Ehrengast im eigenen Hause, auf der Gitarre gespielt, ein buntes Potpourri aus Guarani-Volksliedern, Königreichsmelodien und spanischen Schlagern. Das war wirklich schön. Vor allem die Guarani-Volkslieder klangen sehr schön, vor allem weil sie sie zu zweit gesungen haben. Hinterher wurde dann getanzt, zuerst nur ein Paraguayo-Pärchen, aber dann wurde die Tanzfläche vom weltberühmten "Deutschen Tanzbein" beherrscht. Leider sind Tanzfotos immer ziemlich dämlich.

Leider oder zum Glück, je nachdem, kann man mit den Hunden hier nicht "Gassi gehen". Zum einen brauchen sie es nicht unbedingt, weil der Garten relativ groß ist. Andererseits ist es auch etwas kompliziert, weil es so viele Streuner gibt, die die eigenen Hunde wahrscheinlich anfallen oder wenigstens verrückt machen würden. Nicht sonderlich schön, zumal diese Hunde eh nicht sehr folgsam sind. Bis jetzt.

Das Dienstgebiet, das von der hiesigen Versammlung bearbeitet wird, ist ausnehmend groß, also hat einen Radius von ungefähr 250 km, grob geschätzt, mit wiederum grob geschätzten sechs- bis siebentausend Deutschen. Dies sind hauptsächlich einige Mennonitenkolonien, aber auch Deutsch-Brasilianer, Kolonisten und Auswanderer. Viele sind schon in der zweiten oder dritten Generation hier, sprechen oft trotzdem noch ausgezeichnetes Deutsch, wenn auch manchmal mit einem interessanten Dialekt. Die Reaktionen auf die gute Botschaft sind ebenfalls so unterschiedlich wie die Leute selbst. Die Mennoniten, wenn sie sich nicht vor uns im Haus verstecken, ignorieren uns oft oder "haben alles was ihnen fehlt". Einige nehmen aber doch schweigend das aktuelle Traktat entgegen, andere bespucken es vor unseren Augen. Manche wollen es nicht nehmen, hören aber trotzdem zu wenn man sagt, es wäre z. B. um die Frage gegangen, wie man wirklich glücklich werden kann und dann den entsprechenden Absatz kurz vorliest oder bespricht. Sie helfen einem dann auch schon mal mit dem Plattdeutschen. Erinnert mich übrigens oft an Afrikaans, macht auch Sinn, denn wenn ich recht informiert bin waren ein Teil der Vorfahren der Mennoniten auch flämisch. Unter den Kolonisten und Deutsch-Brasilianern, die nicht so zurückgezogen und scheinbar verbissen religiös sind, ist es ein wenig wie in Deutschland, nur das die Leute es nicht ganz so eilig haben und sich vor allem die Älteren doch gerne mit uns unterhalten. Es beeindruckt eben doch einige, dass man als junger Mensch aus Deutschland so weit reist, "nur" um mit ihnen über die Bibel zu sprechen.

Evi flippt gleich aus, weil der Hefezopf so schön aufgeht. Übrigens ein weiterer Vorgang, der noch nicht so ganz verstanden wird...

Schön an Santa Rosa ist, das die Versammlung recht klein ist und man daher viel zu tun hat. Das wird hier auch recht ausgekostet, obwohl die Fahrstrecken oft ziemlich weit sind und es daher teuer ist als in Asuncion, wo der Bus doch recht günstig ist und einen so ziemlich überall hinbringt. Schön ist auch, dass die Versammlung "dialektisch" gesehen eher von Franken und Bayern dominiert wird, es ist aber trotzdem alles vertreten. Das lassen wir uns nochmal durch den Kopf gehen.

Und ich habe neue Schuhe bekommen: Erinnern stark an Veld-Skoune, also ähnlich wie die Schuhe aus Namibia, und sind recht stabil, natürlich mit Autoreifensohlen. Mit meinen alten Einlegesohlen vom Footlocker auch recht bequem. Mit dem rechten bin ich gestern bei Dunkelheit in eine Pfütze getreten, mein Fuß blieb aber trocken. Mit dem linken bin ich auch in eine Pfütze getreten, die war aber so tief, dass das Wasser oben rein gelaufen ist, das gilt nicht.

Freitag, 10. Oktober 2008

Evi macht einen Umweg

So liebe Leute, jetzt sind wir in Paraguay.
Wir wohnen in einem Zimmer in Jan's Haus und teilen uns die Küche mit dem Marcel, der aber den ganzen Tag auf dem Bethelerweiterungsbau arbeitet. Wir haben bereits einen Kleiderschrank und ein Regal "gebaut" und das Zimmer ein wenig nach unseren Vorstellungen umgestaltet. Also, d. h. hauptsächlich sauber gemacht. Die Hängematte vom Misha kommt nun endlich zu ihrem ersten Einsatz quer durch unser Zimmer.

Über weitere Pläne kann ich momentan nicht viel sagen, da es noch keine gibt. Wir sind nun gerade zwei Wochen hier und lernen die Leute und unsere Umgebung kennen, verbringen die uns geschenkte Zeit viel mit Studium und Predigtdienst und Fauna und Flora Paraguays. Evi hat bereits ein kleines Beet angelegt, in dem sie Mais, Basilikum, Tomaten und einiges anderes gepflanzt hat. Sie möchte gerne noch weitere Beete mit Erdbeeren anlegen. Allerdings gibt es hier bereits jetzt Erdbeeren zu kaufen. Zum Schutz unserer jungen Pflänzchen vor den Ziegen und Schafen die im Rest des Gartens äsen dürfen habe ich bereits einen Zaun aufgestellt, den ich heute noch vervollständigen und ausbessern muss. Zum Frühstück hatte ich übrigens Äpfel, die hier leider nicht wachsen, weil sie bekanntlich Frost brauchen, aber dazu einen Haufen Bananen, die hier im Garten ganz üppig wachsen.

Gegen Ende des Monats ist der deutsche Bezirkskongress in Santa Cruz, Bolivien, und ein Ehepaar aus Santa Rosa hat uns gebeten in der Zeit auf ihr Haus und ihre drei Hunde aufzupassen. Darauf freue ich mich schon sehr. Dann sehen wir einige andere Teile des Landes und neue Brüder und Schwestern und werden auch versuchen, den Mennoniten zu predigen.

Also, vamos a la playa...

Freitag, 5. September 2008

Doch kein Fahrrad...

Heute gibt es leider erstmal auch kein Bild, obwohl der Upload bei Ulla und Michael wohl gar nicht so schlecht wäre.
Da wir bereits 6 Wochen unterwegs waren und schon etwas über die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht haben, haben wir uns auf mein Ansinnen hin dazu entschieden, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Für kurze Zeit. Wir konnten das Floß in Belgrad komplett verkaufen und sind dann mit dem Reisebus mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit innerhalb von 16 Stunden wieder in Regensburg gelandet.
Hier packen wir jetzt um, um uns dann auf eine weitere Reise zu begeben. Leider ist es so, dass die Kasachen dahin tendieren, die Zeugen Jehovas immer weniger zu mögen und daher haben Mischa und Heike, die wir eigentlich jetzt besuchen wollten, ziemlichen Streß und es ist nicht mal sicher ob sie noch sehr lange im Land bleiben können. Daher müssen wir sie leider alleine lassen. Da wir aber nicht hierbleiben möchten, werden wir wohl Ulla und Michael etwas zuvorkommen und uns auf den Flug nach Paraguay begeben. Also nach Sao Paulo und dann mit dem Bus weiter. Den sind wir ja jetzt gewöhnt. Dort werden wir so lange bleiben bis wir ans Ende unseres Geldes gekommen sind.
Die Floßreise war sehr schön und hat viel Spaß gemacht. Evi wäre auch gerne noch weiter gefahren. Ich hätte den Rest der Donau auch gerne noch gesehen, besonders das Delta und das Schwarze Meer und Bulgarien und Rumänien, aber nach sechs Wochen war ich der Anstrengungen etwas überdrüssig. Es ist nicht so, dass man ständig in Aufregung ist und sehr viel zu tun hätte, aber man muss doch immer bereit sein Schiffen auszuweichen, sich gegen den Wind vom Ufer wegzukämpfen, immer entscheiden wo man anlegt oder ankert, und doch immer aufmerksam sein, besonders als Käpt'n!!! Also ehrlich gesagt bin ich froh dass ich nicht mehr Floß fahren muß, obwohl es sehr viel Spaß gemacht hat. Ich bin auch froh, dass wir die Reise gemacht haben. Wir haben sehr viele liebe Menschen kennengelernt, hilfreiche, freundliche, freigiebige, schöne, kluge Menschen und nicht einmal hatten wir das Gefühl, dass uns jemand etwas Böses wollte. Wir haben viele schöne Versammlungen mit lieben Brüdern und Schwestern gefunden, die sich rührend um uns gekümmert, gesorgt und uns dann doch für verrückt erklärt haben. Wie die meisten hier ja auch. Vielleicht geben wir ja doch noch ein Buch raus. Das könnte unseren Aufenthalt in Paraguay oder wo auch immer verlängern.
Vielen Dank für euer Interesse, eure Gebete und guten Wünsche. Bis demnächst auf diesem Sender...ein paar Bilder werde ich wohl noch nachreichen und dann vielleicht euch Neuigkeiten über unseren Standort.
evi und samuel.

Sonntag, 31. August 2008

Belgrad, Dienst und Fahrrad










Trotz widrigen Wetters und Gegenwind haben wir es nach Belgrad geschafft. Eine sehr alte und sehr grosse Stadt. Leider hatte der Bruder den wir im Bethel erreicht hatten wieder einmal falsche Informationen ueber den Zeitpunkt der Zusammenkunft, genau wie in Novi Sad. Wir haben uns dann dennoch mit ein paar Schwestern aus der englischen Gruppe, die hier ein Buchstudium hat, getroffen und sie haben uns dann noch mit zur serbischen Zusammenkunft genommen. Eine davon hat sogar den Vortrag fuer uns uebersetzt. Das war wohl das erste Mal, das fuer uns allein etwas uebersetzt wurde. Das war witzig. Neben uns sass zwar noch ein nigerianischer Bruder, Caleb, aber er studiert bereits seit einem Jahr in Belgrad Medizin und versteht daher schon einiges.
Nach der Zusammenkunft sind wir dann noch mit einer riesigen Gruppe von Bruedern und Schwestern in bzw. durch die Stadt gelaufen und haben uns von einer riesigen Menschenmasse treiben lassen. Die Evi fand das gut, sie mag ja grosse Staedte, aber mein Ding war das so nicht. Aber es war etwas beruhigend zu sehen, dass es nicht nur in Nuernberg unmoeglich ist, mit einer grossen Gruppe spontan in die Stadt zu gehen und dann auch was zu finden.

Den letzten Teil des Titels dieses Blogeintrags werde ich vielleicht im naechsten Eintrag erlaeutern. Bis jetzt ist alles noch beim Alten. Wir werden wohl noch mindestens bis morgen, also Montag in Belgrad bleiben, vielleicht sogar noch bis Dienstag, da waere nochmals Zusammenkunft.

Ach ja, in Novi Sad waren wir auch noch ein wenig. Die 3 auf dem Foto vor unserem Floss waren mit uns im Dienst, zumindest teilweise, und haben sich auch danach noch unserer Beduerfnisse auf sehr grosszuegige Weise angenommen.

Bei dem Regenwetter haben wir ziemlich viel Chips und Schokolade gegessen, aber wie ihr sehen koennt macht das nichts, es ist doch die Sportedition der frittierten Kartoffelscheiben.

Dienstag, 26. August 2008

Neusatz, Zillen und serbischer Grappa










Die Serben sind sehr freigiebig, was ihren Alkohol betrifft. An einer Stelle sind wir an einer Art Fischer-Wochenenddorf vorbeigekommen, sprich wo die Maenner aus dem Dorf 5 km weiter am Wochenende mit ihren Soehnen hinkommen und Feuer machen und Angeln und trinken. Die haben uns dann gleich rangewunken, vielleicht weil sie dachten wir haetten ein Problem oder so. Jedenfalls wurden wir dann gleich auf ein Bierchen eingeladen und auf Brot von einem der Maenner, der Baecker ist. Sie waren sehr ueberrascht zu sehen, dass ein westeuropaeisches Maedchen wie stricken kann, und so schoen noch dazu. (Sie strickt mir naemlich gerade einen Pullover. Mit einem Oryx drauf!) Von Evi's "Ray Ban"-Sonnenbrille waren sie auch ganz begeistert. Dann hat mir der 15-jaehrige Sohn des Baeckers noch ein bisschen gezeigt wie man angelt, da ich ja bis dato erfolglos war. Dann mussten wir aber weiter, denn dort konnten wir das Floss nicht stehen lassen, da es dort ziemlich starke Wellen gab wenn ein Schiff vorbeikam. Dann habe ich gleich angefangen, mir eine Art Reuse zu haekeln, damit ich den vielen Fisch den ich von jetzt an fangen werde auch gut aufheben kann.
Insgeheim wuensche ich mir schon seit zwei, drei Wochen ein kleines Beiboot, mit dem man evtl. zum Ufer paddeln kann, wenn man geankert hat oder einfach als erweiterte Sitzgelegenheit waehrend der Fahrt. Dafuer soll es natuerlich billig sein, uns es ist eigentlich egal wie es aussieht, nur schwimmen sollte es schon. Leider waren meine bisherigen Bemuehungen in dieser Richtung aber erfolglos. Gestern haben wir in einem Dorf angelegt und ich habe einen der Anwohner nach einem der dort festgemachten Boote gefragt. Es war nicht seins, also hat er den Besitzer angerufen und der Evi und mir derweil einen Kaffee serviert. Diesen zu trinken sollte sich spaeter noch als grober Fehler entpuppen, da unsere Verdauung den serbischen Kaffee wohl nicht so gewoehnt ist... Jedenfalls erzaehlt er so und wir erzaehlen, immer nur so die Haelfte fuer den jeweils anderen einigermassen verstaendlich. Dann kommt der Besitzer des Bootes, zeigt uns dass das Boot an der Seite ein Loch hat (aus meiner Sicht nicht so tragisch, muss ja nur ca. 5 Wochen halten und das Loch ist ueber der Wasserlinie) und er es mir daher weder verkaufen noch schenken kann. Ich kann ihn leider nicht umstimmen. Ein weiterer Mann kommt, der etwas Deutsch und Englisch spricht und bietet mir sein angeblich einen Monat altes Metall-Fischerboot an, fuer circa 550 Euro. Da lehne ich natuerlich dankend ab. Ich dachte eher so an 500 serbische Dinar (= ca. 7 Euro). Nunja, also bis jetzt keine Zille. Dafuer bietet uns der Anwohner zuerst ein Glaeschen und dann eine ganze Flasche seines selbstgemachten Grappa an. Die Serben nennen ihn wahrscheinlich nicht Grappa, aber eben Schnaps aus Trauben. Fuer uns Grappa. Sehr lecker jedenfalls. Und noch diese verlockende Tomatensaftflasche in die er abgefuellt ist.

Unser ehemaliger Schleusenbegleiter Stephan hat uns mittlerweile unbemerkt ueberholt und wir wohl morgen in Belgrad sein. Wir sind bis morgen aber noch in Novi Sad, weil die Waescherei etwas braucht. Dafuer haben wir dann wieder richtig saubere und gefaltete Waesche. Sehr zu empfehlen in Novi Sad: Big Mama Fast Food, direkt an der grossen Kirche. Sehr gute Burger, auch vegetarisch. Und Frisch und guenstig. Jaja, wieder keine Umlaute auf der Tastatur...

Seht euch das mal an: http://www.turkishweekly.net/news.php?id=58829
Arme Heike, armer Misha. Wir stehen in Kontakt...

Gute Neuigkeiten: Ich habe wirklich Fische gefangen! Jawohl, gestern abend innerhalb einer Stunde gleich drei Fische! Zwar recht klein, aber echte Fische. Der erste hatte Glueck und hatte den Haken nur so ganz vorne im Maul, die anderen beiden mussten sich recht umstuelpen, als sie mir den Haken wieder zurueckgeben wollten. Leider habe ich auch nicht wirklich vor sie zu essen, weil es bei den kleinen so schwierig ist sie auszunehmen und ohne Graeten zuzubereiten. Aber ich werde sie als Koeder fuer groessere Fische verwenden. Wenn ich Glueck habe, dann wird der Fischer, der mir demnaechst seine alte Zille vermacht mir auch richtig zeigen, wie man Fische ausnimmt und einfach zubereitet. Und wenn die Fische Glueck haben...

Donnerstag, 21. August 2008

Wetter, Paks und Serbien



Gleich vorneweg: Wir sind in Serbien! Die nächsten 500 km sind gesichert. Aber jetzt der Reihe nach. Seit Budapest ist das Wetter wirklich wunderbar, kein Tropfen Regen hat unsere Köpfe oder unser Zelt berührt. An zwei Tagen war es etwas windig, aber das war vergleichsweise vernachlässigbar. Nach Budapest lässt sich für uns Paks hervorheben, weil wir dort von Freitag abend bis Sonntag nachmittag gelieben sind. Freitag haben wir es gerade rechtzeitig in die Versammlung geschafft und haben uns Dienstpartner für Samstag gesucht und wurden für Sonntag nach der Zusammenkunft zum Essen eingeladen. Leider haben wir in der natürlich ungarischen Zusammenkunft kein Wort verstanden, bis auf die offensichtlichen versteht sich. Die Verständigung mit den Brüdern war dementsprechend schwierig, aber mit Händen und Füßen geht es immer. Zum Glück war jedoch eine Schwester da, die seit einer Woche wieder in Ungarn wohnt, aber 31 Jahre lang in Deutschland gewohnt hat. Sie hat uns auch gleich zu sich eingeladen, auf ein paar Bier und das Kennenlernen ihrer Familie.
Der Dienst am Samstag hat auch sehr gut geklappt, wir haben sogar versucht mit den Sprachbroschüren Zeugnis zu geben, allerdings haben die Brüder den Dienst bereits nach circa 45 Minuten beendet. Und es gab weder vorher noch hinterher Rosswürste. Komisch.
"Zum Glück" war Samstag nachmittag und abend eine Art Familienfest direkt neben unserem Liegeplatz, mit echten Entertainern und Live-Musik. "Leider" war das ganze um 22 Uhr bereits zu Ende. Dafür war der Liegeplatz umsonst, "für die Gäste der Stadt Paks". Ausserdem durften wir eine 80ig-prozentige Mondfinsternis sehen.

Auch Mohacs hatte für uns leider nicht so viel zu bieten, vor allem weil der 20. August der ungarische Nationalfeiertag ist und daher fast keine Geschäft offen hatten. Wir hatten aber Angst vor Serbien, weil das nach Rumänien das einzige Land ist (sprich "war") für das wir keine Genehmigung hatten. Die ungarischen Grenzbehörden hatten da aber auch keine Ahnung und haben uns an die serbischen Zollbehörden in Bezdan verwiesen. Also sind wir dann auch direkt weitergefahren, da auch das Internetcafe geschlossen hatte.

Auf dem Weg nach Bezdan wurden wir von zwei Sportbooten überholt, die wir aber wiedergesehen haben, gerade als sie vom Zollsteiger der Serben abgelegt haben. Da hat uns direkt Aleksandar von yu-agent.com erwartet, den sie auf uns aufmerksam gemacht hatten. Ich erwähne ihn explizit, weil er hervorragend Englisch gesprochen hat und uns damit sehr geholfen hat. Eigentlich arbeitet er als Agent zur Vermittlung von Fracht und Frachtern usw., aber er hat laut eigener Aussage von seinem Chef den Auftrag, zu Touristen freundlich zu sein. Daher hat er uns zum Kapitän geführt, der circa eine halbe Stunde für die Formalitäten, sprich das Ausfüllen von irgendwelchen Formularen, gebraucht hat. Danach ist er mit einem Polizisten zum Floß, hat Evi nach ihrem Wohlbefinden befragt und ihr gesagt sobald ihr Mann wieder da sei, könnten wir losfahren. Natürlich war das Ganze nicht kostenlos, dafür aber wider Erwarten recht unkompliziert.

Nun sind wir den zweiten Tag in Serbien und genießen das Wetter, Jelen Pivo aus der hiesigen Brauerei in Apatin, und freuen uns bereits auf die vielen Seitenarme und Inseln die uns auch Serbien bieten wird. Ausserdem ist der Rest der Reise schon so gut wie genehmigt, da wir von den Bulgaren bereits eine Genehmigung erhalten haben. Das bedeutet zwar nicht die letzten 400 km auf rein rumänischem Gebiet, aber das meiste bis kurz vor dem Schwarzen Meer ist damit schon drin. Übrigens sind wir entgegen landläufiger Meinung noch nicht über die Hälfte der Strecke hinaus. Auch wenn es anscheinend nur noch zwei Länder sind, haben wir bis jetzt "erst" ca. 950 km hinter uns gebracht, und haben immer noch 1400 vor uns. Bis Sulina, dem Nullpunkt. Den werden wir wohl zumindest nicht mit dem Floss anfahren, aber bis Galati bzw. Tulcea wäre schon schön, also circa 70 km weniger.

Also gut, dann heute auch keine Bilder, die Verbindung ist extrem langsam.