Donnerstag, 21. August 2008

Wetter, Paks und Serbien



Gleich vorneweg: Wir sind in Serbien! Die nächsten 500 km sind gesichert. Aber jetzt der Reihe nach. Seit Budapest ist das Wetter wirklich wunderbar, kein Tropfen Regen hat unsere Köpfe oder unser Zelt berührt. An zwei Tagen war es etwas windig, aber das war vergleichsweise vernachlässigbar. Nach Budapest lässt sich für uns Paks hervorheben, weil wir dort von Freitag abend bis Sonntag nachmittag gelieben sind. Freitag haben wir es gerade rechtzeitig in die Versammlung geschafft und haben uns Dienstpartner für Samstag gesucht und wurden für Sonntag nach der Zusammenkunft zum Essen eingeladen. Leider haben wir in der natürlich ungarischen Zusammenkunft kein Wort verstanden, bis auf die offensichtlichen versteht sich. Die Verständigung mit den Brüdern war dementsprechend schwierig, aber mit Händen und Füßen geht es immer. Zum Glück war jedoch eine Schwester da, die seit einer Woche wieder in Ungarn wohnt, aber 31 Jahre lang in Deutschland gewohnt hat. Sie hat uns auch gleich zu sich eingeladen, auf ein paar Bier und das Kennenlernen ihrer Familie.
Der Dienst am Samstag hat auch sehr gut geklappt, wir haben sogar versucht mit den Sprachbroschüren Zeugnis zu geben, allerdings haben die Brüder den Dienst bereits nach circa 45 Minuten beendet. Und es gab weder vorher noch hinterher Rosswürste. Komisch.
"Zum Glück" war Samstag nachmittag und abend eine Art Familienfest direkt neben unserem Liegeplatz, mit echten Entertainern und Live-Musik. "Leider" war das ganze um 22 Uhr bereits zu Ende. Dafür war der Liegeplatz umsonst, "für die Gäste der Stadt Paks". Ausserdem durften wir eine 80ig-prozentige Mondfinsternis sehen.

Auch Mohacs hatte für uns leider nicht so viel zu bieten, vor allem weil der 20. August der ungarische Nationalfeiertag ist und daher fast keine Geschäft offen hatten. Wir hatten aber Angst vor Serbien, weil das nach Rumänien das einzige Land ist (sprich "war") für das wir keine Genehmigung hatten. Die ungarischen Grenzbehörden hatten da aber auch keine Ahnung und haben uns an die serbischen Zollbehörden in Bezdan verwiesen. Also sind wir dann auch direkt weitergefahren, da auch das Internetcafe geschlossen hatte.

Auf dem Weg nach Bezdan wurden wir von zwei Sportbooten überholt, die wir aber wiedergesehen haben, gerade als sie vom Zollsteiger der Serben abgelegt haben. Da hat uns direkt Aleksandar von yu-agent.com erwartet, den sie auf uns aufmerksam gemacht hatten. Ich erwähne ihn explizit, weil er hervorragend Englisch gesprochen hat und uns damit sehr geholfen hat. Eigentlich arbeitet er als Agent zur Vermittlung von Fracht und Frachtern usw., aber er hat laut eigener Aussage von seinem Chef den Auftrag, zu Touristen freundlich zu sein. Daher hat er uns zum Kapitän geführt, der circa eine halbe Stunde für die Formalitäten, sprich das Ausfüllen von irgendwelchen Formularen, gebraucht hat. Danach ist er mit einem Polizisten zum Floß, hat Evi nach ihrem Wohlbefinden befragt und ihr gesagt sobald ihr Mann wieder da sei, könnten wir losfahren. Natürlich war das Ganze nicht kostenlos, dafür aber wider Erwarten recht unkompliziert.

Nun sind wir den zweiten Tag in Serbien und genießen das Wetter, Jelen Pivo aus der hiesigen Brauerei in Apatin, und freuen uns bereits auf die vielen Seitenarme und Inseln die uns auch Serbien bieten wird. Ausserdem ist der Rest der Reise schon so gut wie genehmigt, da wir von den Bulgaren bereits eine Genehmigung erhalten haben. Das bedeutet zwar nicht die letzten 400 km auf rein rumänischem Gebiet, aber das meiste bis kurz vor dem Schwarzen Meer ist damit schon drin. Übrigens sind wir entgegen landläufiger Meinung noch nicht über die Hälfte der Strecke hinaus. Auch wenn es anscheinend nur noch zwei Länder sind, haben wir bis jetzt "erst" ca. 950 km hinter uns gebracht, und haben immer noch 1400 vor uns. Bis Sulina, dem Nullpunkt. Den werden wir wohl zumindest nicht mit dem Floss anfahren, aber bis Galati bzw. Tulcea wäre schon schön, also circa 70 km weniger.

Also gut, dann heute auch keine Bilder, die Verbindung ist extrem langsam.

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