Montag, 11. August 2008

Buda und die Pest

Wir sind dann tatsächlich noch von Esztergom weggekommen und haben ein paar Kilometer weiter einen kostenlosen, sehr ruhigen Schlafplatz hinter einer Insel gefunden. "Hinten" aus der Sicht der eigentlichen Fahrrinne, d. h. kein Schiff hat uns aus dem Schlaf gewackelt.
Am nächsten Tag sind wir in den Szentendre-Arm eingebogen, der für circa 30 km mehr oder weniger parallel zur Donau verläuft, in dem aber keine Grossschifffahrt erlaubt ist. Nur ein paar kleine Passagierschiffe waren da, dafür aber Sportboote in Massen. Einige waren sehr nett und sind ganz gemächlich an uns vorbeigefahren, andere haben sich da nicht so und fahren ziemlich schnell und ziemlich dicht an uns vorbei. Zum Glück macht das dem Sonntag überhaupt nichts aus. Es schwankt halt ein wenig und kriegt ein paar Spritzer ab, aber bis jetzt haben uns noch keine Wellen überrollt. Selbst wenn was draufspritzt, haben wir ja unsere Super-Verbesserung auf der Plattform!!!

Kurz nach dem Szentendre-Arm kommt dann auch schon Budapest, wo wir jetzt noch sind. Eigentlich wollten wir hier bis Mittwoch abend bleiben, eventuell auf das Sziget-Festival
gehen, das heute beginnt, und am Mittwoch abend dann in die englische Versammlung gehen. Dann kam allerdings der Yachtclub. Der Wiking-Yachtclub hier in Budapest ist zwar recht gross, aber ich sage gerne, dass ich ihn bis jetzt am allerschlechtesten finde. Er ist der teuerste, die Duschen funktionieren nur so tröpfchenweise, wenn zwei auf einmal duschen wollen. Und das Schlimmste: Er befindet sich direkt unter der Arpad-Hid (Hid = Brücke), wo das Verkehrsaufkommen inklusive Strassenbahn auch die ganze Nacht durch wirklich garantiert grandios ist. Und zu allem Überfluss liegen wir, nein nicht etwa ganz hinten, möglichst weit weg von der Brücke, sondern natürlich fast direkt drunter.



Wir haben uns Taschentuchfetzen in die Ohren gesteckt und so die Nacht einigermassen schlafend überstanden. Also gut, ich gebe zu, ich habe mehr geschlafen als erwartet, aber so richtig fit fühle ich mich nicht. Auch wenn das wieder mal nichts Neues ist...

Dafür ist uns das Wetter seit drei Tagen wirklich hold und regt uns ebenfalls zur Weiterfahrt an. Von Esztergom aus haben wir auch im ungarischen Bethel die Versammlungszeiten aller grösseren Städte am Donauufer und deren Adressen erfahren, auch wenn es dort leider keine englischen Gruppen gibt. Besser als ganz allein.

Es kam ein Schrieb von der bulgarischen Schifffahrtsdirektion in Ruse, falls jemand bulgarisch lesen und/oder übersetzen kann, soll er sich doch bitte mit mir in Verbindung setzen, entweder hier einen Kommentar absetzen oder unter samuel@eightonions.com . Vielen Dank. Jetzt müssten sich noch die Rumänen und die Serben melden, dann wäre die Fahrt zumindest was die Genehmigungen angeht perfekt.
Apropos Genehmigungen: Wenn wir die nicht hätten, wären wir bis jetzt wohl in jedem Land rausgezogen worden. Die Deutschen haben uns zweimal kontrolliert, die Österreicher einmal, die Slowaken haben die Genehmigung erst nach Überprüfung des Flosses herausgerückt, und gestern hat uns ein Schiff der ungarischen Rendőrseg (Polizei) aufgehalten und meinte, dass "sowas" in Ungarn ein Problem sei. Daraufhin haben wir ihm unsere Genehmigung gezeigt, und er meinte dann, es sei wohl doch kein Problem. Und "schönes Mädchen" hat er uns nachgerufen, ich weiss aber nicht, was das bedeuten soll...

Nun werden wir nochmal Bier-, Milch- und Obstvorräte auffüllen und dann sehen, dass wir hinter Budapest noch einen schönen Schlaf- und Ankerplatz erwischen. Damit sieht es aber zumindest laut Karte in Ungarn wesentlich besser aus, da keine Schleusen da sind, die Donauufer hier zumeist nicht begradigt sind und oft Inseln oder Arme da sind. Ausserdem fahren auch noch weniger Schiffe als im ersten Teil unserer Reise. Diese Woche oder letztes Wochenende ist bzw. war glaube ich auch das "Red Bull Air Race" in Bratislava, da durften wohl sowieso nicht so viele Schiffe fahren, wenn überhaupt.

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