Donnerstag, 7. August 2008

Komarom/Komarno




Also die slowakische Genehmigung hat sich echt gelohnt, denn heute verlassen wir den ausschliesslich slowakischen Teil bereits wieder. Damit ist sie wohl jetzt die verhältnismässig teuerste. Aber davon lassen wir uns das wunderbare Wetter nicht verderben. Die ungarische Genehmigung haben wir jetzt auch in der Tasche und úber 400km Ungarn warten auf uns.

Den ersten Tag Slowakei haben wir hauptsächlich mit Warten verbracht, weil der technische Ingenieur noch nicht da war. Aber der nette Beamte, den ich das letzte Mal bereits beschrieben habe, hat mir lecker Kaffee gemacht und mich auch sonst recht verwôhnt. Am frúhen Nachmittag kam der Chef der Behôrde, wohl so in meinem Alter und hat sich das Floss recht grúndlich angesehen, úbrigens der erste der das gemacht hat. Er hat ein wenig auf slowakisch gemeckert, vermute ich, aber unser netter Beamter hat ihm gesagt, dass wir bereits aus Deutschland gekommen sind, also kann es nicht so wild sein. Zumindest vermuten wir, dass das wohl so ungefähr das sein muss, was er gesagt hat. Der Chef meinte dann nur, wir sollen die Klampen nochmal fest anziehen und hat uns die Genehmigung mitsamt einigen Glúckwúnschen ausgehändigt.
Dann sind wir bis zum nächsten Gewitter weitergefahren und haben dann bei einer seichten Stelle geankert, die leider so seicht war, dass der Motor morgens dann im Schlamm gesteckt ist. Ging aber locker wieder raus.
Der Tag war dann vom Zufúhrungskanal zur Schleuse Gabčikovo und dessen starken Wellen und Wind bestimmt. Zum ersten Mal auf der Reise war der Wind auch regelrecht auf unserer Seite. Er hat uns zwar auch ein wenig an die linke Seite gedrúckt, aber ohne ihn hätten wir wahrscheinlich an diesem Tag die Schleuse nicht mehr erreicht. Vor der Schleuse waren die Wellen auch recht heftig, so dass man meinte unser Floss muss jetzt an der Anlegestelle zerschellen, aber ich musste uns ja anmelden! Wir durften aber auch sofort einfahren und in der Schleuse war es dann etwas ruhiger. Dafúr 20 Meter Fallhôhe und ein toter Monsterfisch. Haufenweise "Flusstang" hat sich dann noch um unsere Schraube gewickelt, aber nach der Schleuse war es herrlich windstill und ruhig, wenn die Strômung auch wider Erwarten recht schwach war. Dafúr sind wir dann noch 3 Kilometer mit Motor gefahren und haben in einem wunderschônen Seitenarm einen sehr guten Schlafplatz gefunden. Das ist uns inzwischen sehr wichtig, weil eine gute Nacht den folgenden Tag stark mitbestimmt.
Sonnenschein und Windstille und eine bessere Strômung haben uns den Weg nach Komarom/Komarno versússt. Dafúr war die Liegestelle am Yachthafen Sindbad nicht so toll, weil recht starke Wellen der vielen Schiffe uns ein wenig wachgehalten haben. Nicht ganz so schlimm, weil wir heute sowieso hier bleiben wollten, da wir dachten heute abend sei Versammlung. Zwei sehr nette Schwestern die wir in ihrem Dienst getroffen haben, haben uns aber dann eines Besseren belehrt. Leider. Naja, die Genehmigung mussten wir sowieso abholen, einkaufen wollten wir auch und ein Tesco-Supermarkt ist gleich um die Ecke der Polizeistation. Mal sehen, ob im ungarischen Teil eine Zusammenkunft ist.

Vorgestern hätte ich beinahe einen Fisch gefangen. Er hing bereits an meinem Haken und ich habe ihn schon gesehen, aber kaum war er aus dem Wasser ist er mir vom Haken und damit dem sicheren Tod von der Schippe gesprungen. Schade. Aber wir geben nicht auf. Dafúr gab's dann gestern abend Thunfisch. Aus der Dose.

Hier in Komarno ist úbrigens ein kostenloses Internetcafe. Sehr schôn. Mit Linux und Firefox! Aber natúrlich so eingerichtet, dass er meine Kamera nicht gleich mountet. Na bravo. Und keine Kommandozeile. Ce la vie!

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