Freitag, 1. August 2008

Wien! Wien! Wien! Und ULLA!




Während des letzten Blogeintrags in Krems wurde es richtig spannend. Wir hatten das Floß kurz nach dem Kremser Yachthafen einfach am Ufer festgemacht und sind in die Stadt gegangen um was zu essen. Wir wollten uns irgendwie mit der Ulla treffen, hatten aber noch keine Ahnung wie das vonstatten gehen soll, weil sie und wir uns in Krems überhaupt nicht auskennen. Als wir uns dann langsam wieder auf den Weg zum Floß machen, kommt von Ulla die SMS: "Wisst ihr dass euer Floß gerade von der Polizei abgeschleppt wird?". Schlechter Witz denk ich noch, aber die haben es wirklich abgeschleppt. Zum Glück nicht allzu weit, denn an der Schifffahrtsaufsicht mussten wir sowieso vorbeilaufen. Da hat auch schon die Ulla mit den Polizisten diskutiert, die meinten wir bräuchten eine Schiffskennung. Zuerst musste ich mich mal als Schiffsführer ausweisen und habe ihnen dann voll Stolz unsere Genehmigung für einen Sondertransport gezeigt. Da war alles in Ordnung. Er meinte zwar, dass uns eine solche Genehmigung nicht ganz zusteht, weil etwas mit Motor automatisch ein Boot sei, aber da wir sie ja bereits hatten, musste er dann recht freundlich sein. War er auch. Dann nochmal eingekauft und Donaukilometer 2000 hinter uns gelassen.

Ulla stieg zu und hatte auch gleich Angst vor den Bisamratten, die sich "bekanntlich" regelmäßig des Nachts über unseren Müll hermachen. Es war sehr schön und wir haben auch kurz hinter einer Baustelle einen relativ ruhigen Ankerplatz gefunden. Wir sind nach Krems nicht mehr so weit gefahren, weil die Strömung sehr schwach war und so macht es dann doch keinen rechten Spaß.

Der nächste Morgen, sprich Mittwoch, hatten wir dann nicht mehr so weit zur Schleuse Altenwörth, der letzten Schleuse vor Wien. Dort wurden wir mit einem Passagierschiff geschleust, dass zu unserer großen Freude super "bayerische Musi afgschbuit" hat. Uns wurde ziemlich schlecht, aber den Leuten schien es zu gefallen. Die befürchteten Wellen waren auch nicht da und so wurde die Ulla sicher geschleust.
Kurz nach der Schleuse sind wir dann auf einen Nackigen und seine Frau und einen Kumpel in ihrem Boot getroffen, die wohl letztes Jahr mit einem uralten, ausgemusterten, umgebauten Segelboot die ganze Donau runtergefahren sind, bis ins Delta. Sie sind zwar immer mit Motor gefahren, waren also wesentlich schneller, aber sie haben uns recht ermutigt. Auch wären die Menschen sehr, sehr hilfsbereit und gastfreundlich, wenn auch recht arm. Dass war wieder ganz interessant, weil uns komischerweise alle Leute die wirklich selbst schon dort waren nur Gutes erzählen, die die aber noch nicht dort waren warnen uns alle vor Überfällen, Diebstahl und Korruption. Naja, wir werden vorsichtig sein, aber nicht zu mißtrauisch.

Ein kurzer Zwischenstopp in Tulln, Biervorrat auffüllen und Nibelungenbrunnen anschauen.

Wien hat uns freundlicherweise gleich mit einem heftigen Gewitter begrüßt, dass uns gleich wieder einige Meter flußaufwärts getrieben hat. Wir haben es kommen sehen und waren bereits dabei das Zelt aufzubauen, waren aber leider noch nicht fertig als es losging. Wir konnten nicht wirklich nach vorne gucken, weil uns sonst die Wassertropfen die Kontaktlinsen aus den Augen geschlagen hätten. Wir haben dann für circa eine halbe Stunde unter einer Brücke festgemacht, bis es wieder einigermaßen aufgehört hat zu regnen. Zum Glück war es nur ein Gewitter, und nicht so eine Pech-Wetter-Strähne wie zu Anfang. Dazu gewöhnen wir uns übrigens langsam an das Wasser. Die ersten Tage haben wir es eigentlich nur noch als Feind betrachtet, dem es möglichst auszuweichen gilt, aber inzwischen springen wir öfter mal rein, wenn es auch recht kalt ist.

Diese Nacht haben wir in der edlen Marina Wien verbracht. Es ist wieder lustig, unser Sonntag zwischen den ganzen extra-teuren Yachten. Aber lasst euch nicht täuschen, so eine Nacht im Yachthafen ist glücklicherweise billiger als ein Campingplatz, trotz Videoüberwachung, Waschmaschine und endlosen, heißen Duschen!

Heute abend kommen hoffentlich Cindy und Kim und wir gehen vielleicht mit ein paar netten Brüdern, die wir gestern abend in der Versammlung kennengelernt und die uns dann gleich in ein Cafehaus eingeladen haben, ein wenig in die Stadt. Wien hat schon was.

1 Kommentar:

Ulla hat gesagt…

Auf der Heimfahrt habe ich Nachrichten in Österreich gehört, stellt euch bitte auf mehr solche Gewitter ein. Die 3 Tage mit euch von Krems nach Wien waren so schön und Lebensgeister erweckend.Kösönöm.Ulla